Geschwister-Scholl-Schule Künzelsau

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FSJ

Nadine (2007 - 2008)

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FSJ bei der Geschwister-Scholl-Schule in Künzelsau - ein Erfahrungsbericht

Die Geschwister-Scholl-Schule ist eine Schule für geistig und mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche. Dort mache ich mein FSJ in einer Hauptstufenklasse. Die Kinder in meiner Klasse sind zwischen 13 und 15 Jahre alt. Es sind 7 Schüler, von denen 3 schwer mehrfach behindert sind, um diese Kinder kümmere ich mich hauptsächlich.
Meine Aufgaben sind die Kinder pflegerisch zu versorgen (soweit dies in der Schule erfolgt), zu fördern und so gut wie möglich in den Unterricht der "fitteren" Schüler zu integrieren. Ich gehe mit ihnen unter anderem Schwimmen, zur Bewegungsförderung (wie zum Beispiel Schaukeln, auf das Trampolin oder Laufen) und auch ins Bällebad oder auf das Wasserbett.
Anfangs war ich ein bisschen unsicher ob ich das alles schaffe, da ich vorher nie Kontakt zu behinderten Menschen hatte. Ich und meine 5 Koleginnen sind aber sofort von den Pädagogen und Therapeuten akzeptiert und eingegliedert worden, was den Einstieg sehr erleichtert hat. Ich habe mich von Anfang an als ein Teil des Teams gefühlt und bin auch so gesehen worden. Es tat unheimlich gut nach der Schule endlich eine Aufgabe zu haben, bei der man wirklich gebraucht wird und auch etwas zurückbekommt. Die Schüler haben mich gleich akzeptiert und respektiert. Ich habe sie alle als sehr herzlich und lebensfroh empfunden, was dazu beigetragen hat, dass ich mich gleich sehr wohl gefühlt habe. Ich fand es außerdem gut, dass ich schnell sehr viel selbständig machen konnte und meine Ideen und Vorschläge angenommen wurden.
Zuerst fand ich es schwer, den Kontakt zu den behinderten Kindern herzustellen, da ich sie noch nicht einschätzen konnte. Ich hatte Angst, dass ich den Kinder weh tue, dass ihnen nicht gefällt was ich mit ihnen mache oder wie ich es mache. Aber auch hier waren meine Teamkollegen mir immer eine sehr große Hilfe und ich habe schnell gelernt, mit den Kindern umzugehen.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Advents- und Faschingsfeier. Bei der Adventsfeier war ich total begeistert, was die Kinder alles auf die Beine stellen können und wie sie sich begeistern lassen. Bei der Faschingsfeier waren die Kinder richtig fröhlich und sogar alle Lehrer inklusive der Rektor haben sich verkleidet und mit ihren Schülern gefeiert.
Leider geht das FSJ schon gegen Ende, doch ich habe keinen Tag bereut. Man hat immer Abwechslung und jeder Tag ist anders. Außerdem lernt man fachlich sehr viel dazu, zum Beispiel über die Krankheiten der Kinder, die Therapiemöglichkeiten, sowie natürlich allgemein den Umgang mit Kindern und behinderten Menschen. Vor allem habe ich gelernt, Menschen mit Behinderung aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ich habe sie als sehr herzliche Menschen wahrgenommen, mit einer unglaublich großen Lebensfreude. Sie sehen die Welt vielleicht mit anderen Augen, dafür kann man mit ihnen aber Dinge wahrnehmen, die man im Alltag sonst übersieht. Die Kinder sind mir so sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass es Schulen oder Einrichtungen wie diese gibt, um ihnen das Leben schöner zu gestalten und sie zu fördern. Wenn ich früher ein behindertes Kind im Rollstuhl auf der Straße gesehen habe, hatte ich Mitleid weil ich dachte dass es keine Freude im Leben hat und nichts machen kann. Heute weiß ich, dass in diesen Kinder sehr viel steckt und sie auch mehr verstehen, als man zuerst denkt.
Ich persönlich bin durch das FSJ viel selbstbewusster und verantwortungsvoller geworden. Außerdem habe ich durch die Kinder eine gewisse Ruhe bekommen, weil manche Dinge einfach langsamer gehen und man Geduld haben muss. An den Aufgaben bin ich gewachsen und diese erfolgreich zu meistern hat mich gestärkt. Ich habe fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht, die ich auf keinen Fall missen möchte. Das Jahr hat sich für mich richtig gelohnt und ich werde die Zeit in der Schule nie vergessen.

Nadine sitzt in der Hängematte und genießt die Ruhe vor dem Sturm.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. Juli 2010 um 19:39 Uhr
 



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