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Geschwister-Scholl-Schule, Schule für Geistig- und Körperbehinderte, Künzelsau

Unterstützte Kommunikation PDF Drucken E-Mail

Unterstützte Kommunikation an der
Geschwister-Scholl-Schule


Zum Kommunikationsverständnis

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Um sich mitzuteilen nutzen Menschen nicht nur die Lautsprache, sondern auch weitere Kommunikationsformen:

  • Körperspannung, Körperbewegungen und Handlungen

  • Blicke

  • Mimik

  • Gestik, Zeigebewegungen und Gebärden

  • Laute


Hierbei kann die Kommunikation verschiedene Funktionen innehaben:

  • Kommunikation initiieren/aufrecht erhalten/beenden

  • auf sich aufmerksam machen

  • Befinden/Gefühle ausdrücken (Freude/Wut etc.)

  • auf etwas hinweisen / etwas benennen / etwas kommentieren

  • eine Handlung (noch einmal) fordern

  • einen sichtbaren/nicht sichtbaren Gegenstand/eine Person fordern

  • etwas ablehnen

  • Fragen stellen und beantworten

  • etwas erzählen


Unterstützte Kommunikation

Zum Begriff

Unterstützte Kommunikation umfasst alle pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen Kompetenzen für kaum oder nichtsprechende Menschen zum Ziel haben.


Zielgruppe

Unterstützte Kommunikation richtet sich an alle Schüler, die aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Behinderung

  • nicht sprechen

  • kaum sprechen

  • schwer verständlich sprechen

  • nur mit vertrauten Personen oder unter bestimmten Bedingungen sprechen


Mögliche Kommunikationshilfen

Neben den körpereigenen Kommunikationsformen, die aufgegriffen und erweitert werden, unterscheidet man zwischen folgenden Kommunikationshilfen:


Nichtelektronische Kommunikationshilfen:

  • Basale Kommunikation

  • Realgegenstände

  • Fotos

  • Symbole

  • Kommunikationstafeln

  • Kommunikationsbücher

  • Gebärden

  • Gestützte Kommunikation

Elektronische Kommunikationshilfen:

  • Taster ohne Sprachausgabe

  • Taster mit Sprachausgabe (BIGmack, Step-by-Step, I-Talk2)

  • Kommunikationsgeräte mit natürlicher oder synthetischer Sprachausgabe (GoTalk, Supertalker, Mintalker, XL-Talker, Dynavox)

  • PC mit spezieller Software

Unterstützte Kommunikation an der Geschwister-Scholl-Schule

Ziele von Unterstützter Kommunikation
  • Kommunikationshilfen, die auf die jeweiligen Schüler abgestimmt sind, sollen eine größere Beteiligung der nicht- oder kaum sprechenden Schüler im Unterricht ermöglichen

  • Für den nicht oder kaum sprechenden Schüler erstellte individuelle Kommunikationshilfen sollen die Fähigkeit des Schülers erweitern, mit den Lehrern und Mitschülern erfolgreich in Kommunikation zu treten.

  • Einsatz von Unterstützter Kommunikatin dient einer Verbesserung der räumlichen und zeitlichen Orientierung

  • Mit Hilfe von Unterstützter Kommunikation sollen die kommunikativen Möglichkeiten zu Hause erweitert werden


Methodische Vorgehensweise

Unterstützte Kommunikation ist durchgängiges Prinzip, d.h. sie setzt da ein, wo Kommunikation stattfindet. Mit Hilfe einer ausführlichen Diagnostik (orientiert am Kommunikationsprofil von Ursi Kristen) werden vorhandene Kommunikationsmöglichkeiten sowie deren Grenzen beschrieben. Im Rahmen der Förderplanung werden individuelle Kommunikationshilfen erarbeitet, welche die bisherigen Kommunikationsformen des Schülers aufgreifen und erweitern sollen. In regelmäßigen Abständen wird die Förderplanung sowie die Effektivität der eingesetzten Kommunikationshilfen überprüft.

Wichtig ist, dass sowohl bei der Diagnostik als auch Förderung alle einbezogen werden, die am Kommunikationsprozess beteiligt sind: der nicht oder kaum sprechende Schüler, familiäre Bezugspersonen, Klassenteam, Therapeuten, UK-Beauftragter...


Unterstützte Kommunikation als durchgängiges Prinzip in der Schule

  • Gebärde der Woche

  • Beschilderung der Räume (Schrift, Gebärden, Symbole)

  • Beschilderungen in den Klassenzimmern (Personen, Schubladen etc.)

  • Festlegung auf die Gebärdensammlung „Schau doch meine Hände an“ sowie das Bildsymbolsystem PCS (als Softwareprogramm „Boardmaker“)

  • Fotos der Schüler, Lehrer, Räume, Gegenstände, Orte (außerhalb der Schule) im PC, das Softwareprogramm Boardmaker sowie eine CD-ROM mit Gebärdenfotos sollen das Anfertigen entsprechender individueller Kommunikationshilfen erleichtern

Einbindung von Unterstützter Kommunikation in der Schule

  • Weiterbildung des Lehrerkollegiums: Pädagogischer Tag (2002) und Pädagogische Konferenz (2008) zum Thema UK

  • Arbeitskreis Unterstützte Kommunikation (seit 2001): Möglichkeit zum Austausch und zur Behandlung spezieller Themen, Organisation von Veranstaltungen

  • Seit dem Schuljahr 2007/08 stehen 7-8 Unterrichtsstunden für den Bereich Unterstützte Kommunikation zur Verfügung


Aufgabenbereiche des UK-Beratungslehrers
  • Koordination aller Maßnahmen im Bereich Kommunikation:

Anlegen und Weiterführen eines UK-Ordners für jedes nicht oder kaum sprechende Kind, in dem alle Diagnostik- und Förderberichte zur Kommunikation abgeheftet werden

Organisation von Team- und Elterngesprächen zur Förderplanung und Festhalten der Gesprächsinhalte und Ergebnisse (Festhalten der nächsten Förderschritte, wer macht was und bis wann) sowie Überprüfung der Effektivität der Fördermaßnahme nach einer festgelegten Zeit

  • Beratung und Anleitung schulischer und familiärer Bezugspersonen: Allgemeine Informationen zu Unterstützter Kommunikation und Kommunikationshilfen, Einführung, Einsatz und Weiterentwicklung individueller Kommunikationshilfen

  • Diagnostik im Bereich Kommunikation (v.a. Kommunikationsverhalten und Sprachverständnis) orientiert am Kommunikationsprofil von Ursi Kristen (welche Kommunikationsfunktionen zeigt der Schüler wie und in welchen Situationen): Beobachtungen und Kennenlernen des Schülers in der Klasse und Einzelsituation, Gespräche im Team, mit früheren Lehrern und mit den Eltern

  • Förderung: Erarbeiten eines Förderplanes in Team- und Elterngesprächen; Einführung einer bestimmten Maßnahme oder Kommunikationshilfe im Unterricht, in der Einzelsituation (je nach Thema 2-3 Mal oder 7-10 Einheiten) oder in der Familie; regelmäßiges Überprüfen der Effektivität der Kommunikationshilfen sowie der Förderplanung

  • Hilfe beim Erstellen und Weiterentwickeln von Kommunikationshilfen: Bestimmen des möglichen individuellen Vokabulars; Erstellen und Bearbeiten von Fotomaterial mit Digitalkamera und PC; Zusammenstellen von benötigten Symbolen, Fotos etc. für Kommunikationskarten,-tafeln oder –ordner; Anpassen elektronischer Hilfen an die individuellen Bedürfnisse des Benutzers; Überprüfung und Weiterentwicklung bestehender Kommunikationshilfen

  • Erstellen von Gutachten für Hilfsmittelanträge von elektronischen Kommunikationshilfen

  • Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen (z.B. Offene Hilfen, Beratungsstelle für elektronische Hilfen in Markgröningen, Hilfsmittelfirmen)


 
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